UX quo vadis?
Elam Agam, Growth Expert

Bereits 2015, vor seinem Wechsel von Blau zu Grün, lies uns Elam an seinen Erfahrungen im Aufbau von UX teilhaben. Nun zog er erneut Bilanz und berichtete, wohin nicht nur seine sondern auch unsere UX-Reise gehen soll, damit der UCD-Ansatz in Zukunft eine noch zentralere Rolle in den Unternehmen spielen kann.

Die gute Nachricht: für viele Unternehmen sind Begriffe wie “User Experience” und “User Centered Design” kein Fremdwörter mehr. Es ist zum Trend geworden, UX und UCD in die Umsetzung eines Projektes zu integrieren. Dies passiert jedoch in vielen Fällen immer noch zu spät oder in viel zu reduzierter Form.

Das Problem ist auf Unternehmensebene fehlt nach wie vor der Bezug von User Centered Design zur Produktentwicklung. UX und UCD werden von der Strategie und den Unternehmensprozessen zu stark separiert. Selbst wenn die Entscheidungsträger und wichtigen Stakeholder sich vornehmen, UCD einzuführen, funktioniert dies erst dann, wenn der von UCD generierten Mehrwert in eine Sprache übersetzt wird, die sie auch verstehen. Sobald UX-Massnahmen Messbar sind und deren Wirkung in CHF abbildbar ist, erhalten sie einen zentraleren Stellenwert und man ist mit seinem UCD Vorgehen plötzlich sehr herzlich willkommen.

“UX hat leider aktuell kaum eine Businessrelevanz, dass müssen wir ändern”

Damit dies funktioniert, schlägt Elam vor:

  • Problem identifizieren: ist Conversion Rate zu tief? Oder Support und Schulungen zu teuer? Abbruchrate im Shop verdächtig hoch?
  • Quantitative Nutzerdaten (z. B. aus einem Analytics Tool oder internen Auswertungen) mit Ergebnissen aus der qualitativen User Research verbinden.
  • Resultate z.B. als Business Modell Canvas der GL präsentieren.
  • Mit Messbaren KPIs und ROI arbeiten.
  • Strategischen Allianzen innerhalb des Unternehmens knüpfen.

Es lohnt sich eigene Komfortzone zu verlassen und eine neue Sprache zu lernen. Da dadurch lässt sich der Mehrwert der UCD Ansätze in Zahlen übersetzten. Und diese Sprache wird sehr gut verstanden und sehr gern gesprochen.

Es war erneut ein äusserst inspirierender Morgen mit zahlreichen neuen Ideen und “Aha-Momenten”. Wir sind zwar noch lange nicht am Ziel angekommen, die Wahrnehmung und Positionierung von UX hat sich jedoch stark verbessert. Gemeinsam können wir noch viel mehr bewegen und es spielt dabei keine Rolle in welchem Bereich und in welcher Funktion. Dabei dürfen wir allerdings eins nie aus dem Fokus verlieren: Den End User und seine waren Bedürfnisse.

Nochmals ein ganz herzliches Dankeschön an Ruben und Elam für ihren tollen Beitrag von heute! You Rock!

Bis bald,
Euer UX Brunch Team